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von Stefanie Hallberg
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Ferien sind zum Faulenzen da? Nein, das muss nicht sein. Geld, um sich am Traumstrand seiner Wahl die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, kann jeder gebrauchen. Und auch andere Wünsche lassen sich prima erfüllen, etwa den Führerschein zu finanzieren. Für den, der alt genug ist, kein Problem. Wo es Ferienjobs gibt, wie man an sie heran kommt und was bei der Suche wichtig ist, kann jeder hier erfahren.
 
 
  • Gute Gründe für den Job
  • Vor 15 läuft so gut wie nichts
  • Schülerjobs sind streng geregelt
  • Nicht jede Arbeit ist erlaubt
  • Regelungen für ausländische Schüler
  • Wichtig: selbst die Initiative ergreifen
  • Zahlreiche Jobs auch im Ausland

Gute Gründe für den Job

Viele Schülerinnen und Schüler suchen in den Ferien einen Job. Und das hat gute Gründe. Meist ist es das Geld, das lockt. Der Führerschein, neue coole Klamotten, der Interrail-Trip durch Europa - ein Ferienjob rückt unerfüllbar scheinende Wünsche in den Bereich des Möglichen. Zudem erlaubt er erste Einblicke in den Traumberuf. Manch einer, der glaubt, ihn schon gefunden zu haben, denkt nach dem Ferienjob anders darüber. Beim Jobben kann man fürs Leben lernen. Und wenn der Lohn ausgezahlt wird, ist man mit Recht stolz auf das eigene Geld und das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Ein weiterer pädagogischer Aspekt: Jugendliche lernen, was ihre Bedürfnisse wirklich kosten. Sie merken, was sie leisten müssen, um sich etwas leisten zu können.

Vor 15 läuft so gut wie nichts

Ein möglicher Ferienjob: Prospekte verteilen ; Rechte: dpa Bei der Jagd auf den Ferienjob gibt es einiges zu beachten. Das Jugendarbeitsschutz-Gesetz gibt die Regeln vor. Dahinter steht die Befürchtung, Kindern und Jugendlichen könnte frühzeitige und zu schwere Arbeit schaden. Deswegen ist in Deutschland Kinderarbeit generell verboten. Nur bei Ferienjobs wird eine Ausnahme gemacht - unter bestimmten Bedingungen.

Wer unter 15 Jahre alt ist und noch zur Schule geht, darf laut Gesetz nicht arbeiten, denn er gilt als Kind. Ausnahmen sind: Zeitung austragen, in der Landwirtschaft aushelfen, Baby sitten, Arbeit bei Film, Theater oder in der Werbung. Und auch das nur maximal zwei Stunden täglich. Denn durch seine Arbeit darf ein Jugendlicher weder seine Gesundheit gefährden, noch seinen Schulbesuch behindern. Ausnahmen gibt es auch nicht während der Schulferien.

Schülerjobs sind streng geregelt

Viele Paragraphen sind zu beachten; Rechte: WDR

Mit dem 15. Geburtstag ist es soweit: man darf sich einen Ferienjob suchen, für maximal vier Wochen. Wer schulpflichtig ist, zählt rechtlich immer noch zu den Kindern, aber die Einschränkungen sind nicht ganz so krass. Die erlaubten vier Wochen können in einem Stück genommen oder auf alle Ferien des Kalenderjahres verteilt werden. Unter dem Strich dürfen es aber nicht mehr als 20 Tage sein.

Es gilt die Fünf-Tage-Woche, danach müssen mindestens zwei freie Tage folgen. Schüler dürfen acht Stunden täglich arbeiten, das macht 40 Stunden wöchentlich. Plus Pausen darf die Arbeit am Tag nicht länger als zehn Stunden sein. Schüler dürfen nur zwischen 6 Uhr und 20 Uhr beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es aber in Bäckereien, in der Landwirtschaft, in Betrieben mit Schichtarbeit. Jobben an Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist verboten. Ausnahmen gibt es auch hier: in Gaststätten, an Kiosken und in Krankenhäusern.

Nicht jede Arbeit ist erlaubt

Jugendliche dürfen keine Akkordarbeit oder Arbeit unter Tage machen. Bereiche, die gefährlich sind, sind tabu. Darunter fallen sittliche Gefahren, Lärm, gefährliche Stoffe, außergewöhnliche Hitze oder Kälte und Arbeit, die mit Unfallgefahr verbunden ist. Bevor man anfangt zu arbeiten, muss der Chef einen über mögliche Gefahren aufklären und wie sie sich verhindern lassen.

Immer wieder kommt es vor, dass Unternehmen von Jugendlichen unzulässige Tätigkeiten verrichten lassen oder auf andere Weise gegen das Jugendarbeitsschutz-Gesetz verstoßen. "Manchmal geschieht das wissentlich, manchmal unwissentlich, weil sich die Arbeitgeber halbherzig schlau gemacht haben", sagt Siegfried Kaminski vom Staatlichen Amt für Arbeitsschutz in Köln. Sein Rat: "Die Eltern sollten sich informieren, was für eine Arbeit ihr Kind im Betrieb machen soll. Wenn der Arbeitgeber darüber keine Informationen gibt, ist das ein Punkt, wo man als Eltern hellhörig werden sollte. Dann ist Vorsicht angebracht."

Regelungen für ausländische Schüler

Wer nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, muss sich vorab informieren, ob er eine Arbeitserlaubnis braucht. Das ist nicht der Fall, wenn ein Schüler aus einem anderen EU-Land kommt oder eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis hat. Es gibt noch weitere Ausnahmen. Am besten lässt man sich beim Arbeitsamt beraten. Dort kannst man dann auch direkt eine Arbeitserlaubnis beantragen, falls man sie wirklich brauchst.

Wichtig: selbst die Initiative ergreifen

Wie kommst man am besten an einen Ferienjob? Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Erfolg versprechend sind. "Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat", sagt Wolfgang van Ooyen vom Arbeitsamt Köln. "Die besten Chancen hat, wer sich frühzeitig um einen Job kümmert und selbst die Initiative ergreift."

Vermittelt werden Ferienjobs meistens durch Beziehungen: Papas fragt in seinem Betreib nach, Omi kennt da jemanden, Tante Emma sucht eine Aushilfe für ihren Laden, Nachbar Heinrich für seinen Kisok. Oder man geht persönlich bei Firmen in der Umgebung vorbei, um sich nach einem Job während der Ferien zu erkundigen. Manchmal lohnt es sich sogar, eine Bewerbung zu schreiben. Sucht die Firma dann jemanden, kann sie auf das Angebot zurückgreifen. "Auch ein Blick in die Zeitung kann sich lohnen", sagt Cornelia. Die 18-jährige Schülerin hat so ihre Arbeit an der Kasse bekommen.

Die Erfahrung zeigt: auf anderen Wegen, etwa über die Vermittlung beim Arbeitsamt, lässt sich nur schwer ein Job finden. Den Grund nennt Wolfgang van Ooyen: "Die Unternehmen greifen lieber auf Studenten zurück. Schüler unter 18 Jahre zu beschäftigen, ist viel aufwendiger, weil die Gesetze zu ihrem Schutz zu berücksichtigen sind. Außerdem können Studenten mehr arbeiten, da die Semesterferien über drei Monate gehen. Und sie verfügen über mehr Kenntnisse, zum Beispiel im Bereich EDV oder haben bereits den Führerschein." Gerade in Städten, wo viele Studenten wohnen, ist die Konkurrenz für Schüler groß.

Hier ein paar Anregungen für Ferienjobs. Wie wär's mit Tellerwaschen, Hundesitter, Zeltplatzwächter, Komparse, Zimmermädchen, Eisverkäufer, Kassiererin, Putzen, Nachhilfeunterricht...?

Zahlreiche Jobs auch im Ausland

Leere Kassen lassen sich nicht nur durch einen Job in Deutschland auffüllen. Auch im Ausland locken zahlreiche Angebote. Wer sie wahrnimmt, kann nicht nur Geld verdienen, sondern auch seine Sprachkenntnisse verbessern und den Reiz des Fremden auskosten. Klar, das ist nicht Urlaub pur. Aber so preisgünstig hat man selten Gelegenheit, ferne Länder und Kulturen zu erleben. Außerdem arbeitet man ja nicht rund um die Uhr.